Bauträgerwettbewerb Wien 2, Wilhelmskaserne

landschaftsarchitektonischer Beitrag zum öffentlichen Bauträgerwettbewerb Wien 2 Wilhelmskaserne für einen Bauteil im Auftrag der BWS gemeinsam mit Johannes Kaufmann Architektur



Gesamtraum
Ausgehend von einem großen zusammenhängenden Siedlungsraum mit Freiräumen unterschiedlicher Qualitäten, wurde der Masterplan präzisiert:

Grüne Ränder
Die Vorgartenstraße sowie die Engerthstraße fassen als unterschiedlich ausformulierte grüne Ränder den neuen Siedlungsraum

Die grüne Schlange
verbindet die mäandrierenden Freiräume und wird unterschiedlich ausformuliert: Heckenstrukturen mit Kornelkirsche (Cornus mas), großflächige Wildstaudenpflanzungen, Rasenmulden und Rasenhügel.

Die Querverbindungen
Platzartige Aufweitungen verbinden die Engerth- und Vorgartenstraße. Gebänderte Strukturen verstärken den gestalterischen Zusammenhang

Bestehende Bäume
Die Grundstruktur der bestehenden Bäume wird auf dem Baufeld neu interpretiert.

Neue Baumpflanzungen
Werden immer an den querlaufenden Wegen und an den nicht überdeckten Plätzen verortet.

Platzsituationen
Im zentralen innen liegenden „mäandrierenden“ Freiraum rhythmisieren diese  die von Baukörpern überdeckten und offene Bereiche unter Blätterdächern.

Wegestruktur
Die Querverbindungen und die West-Ost verlaufenden Hauptverbindungen vermitteln die Hauptwegestruktur. Diagonal werden die südlich und nördlich verlaufenden Wege verknüpft.

Hillerstraße/Jungstraße
Die Hillerstraße wird zur Wohnstraße. Der Bus wird in die Jungstraße verlegt. Der dadurch notwendige Gegenverkehr beansprucht dort 20 Stellplätze. Die Wohnstraße verknüpft den großen östlichen und kleineren westlichen Teil des ehemaligen Militärareals. Im nördlichen Teil springt die grüne Schlange über die Wohnstraße und dringt in den westlichen Teil ein. Die kleinkronigen Bäume werden durch großkronige Eschenhochstämme ersetzt. Eine Bänderung strukturiert Fahrstreifen, Stellplätze und Fußwege.

Engeres Bearbeitungsgebiet:
Siedlungsbezogene Freiräume
Die große Querverbindung wird von jeweils drei zusammen gepflanzten rotblühenden Rosskastanien (mittelkronig) gesäumt. Der Weg und die Baumzeile markieren das engere Bearbeitungsgebiet nach Osten.  Der nördliche Rand wird von Kornelkirsche (Cornus mas) gerahmt. Als zeitig im Frühjahr blühender Strauch erregt er Aufmerksamkeit. Seine wohlschmeckenden Wildfrüchte locken Wissende an. Der Strauchstreifen lädt Kinder auch zum Erkunden, Verstecken & Verkriechen ein. Ein Geviert aus Mehlbeeren leitet zum Kleinkinderspielplatz über, die teils von diesen überspannt werden. Ein Weg an der Nordseite vermittelt aus dem Gebäude zum Freiraum und auch zum Spielplatz, der Sandspiel und einige Geräte für die kleineren aufnehmen kann.

Private Freiräume
Im Erdgeschoß werden Patios angeboten. Eine Loggia leitet aus dem Innenraum in den Hof. Alle Wohnräume haben einen Zugang in das grüne Zimmer. Die Lage über der Tiefgarage erlaubt keine Großgehölze. Mittels Kletterpflanzen werden die rahmenden Wände bespielt. Empfohlen werden nur Kletterpflanzen, die Rankhilfen (Spaliere, Drähte) benötigen. An geeigneter Stelle kann diese Kletterpflanze (Wisteria sinensis, Glyzinie) über Spannseile auch weit in die Obergeschoße gezogen werden.

Auf den schmalen Querriegeln sitzen im 1. OG rund 25 m2 große Loggien mit vorgelagerten Terrassen, die einen freien Blick nach Osten in die Rosskastanienkronen ermöglichen. Beide sind großzügig mit Holz gedeckt und werden von Pflanztrögen gerahmt. Die Bepflanzung erfolgt individuell durch die BewohnerInnen.

Ab dem 2. OG verfügen die Wohnungen über Loggien. Vorgelagerte Pflanztröge werden mit schlingenden Kletterern etwa Waldrebe (Clematis) und Pfeifenwinde (Aristolochia paniculata) bepflanzt, die über die strukturierte Fassade „wandern“.

Der nach Süden auskragende Baukörper trägt eine große Gemeinschaftsterrasse, die ein Verweilen in luftiger Höhe ermöglicht. Ein Mosaik aus Holzdecks, extensiven Moos-Sedum Flächen und „Kiesbecken“ mit überspannten Segeltuch als Sonnenschutz wird angeboten. Duschen erlauben eine Abkühlung im Sommer.